Referent
Davide Brocchi

Städte stehen im Zentrum der Probleme der Nachhaltigkeit und bergen gleichzeitig alle Elemente zu ihrer Lösung. Ein nachhaltiger Transformationsansatz für die Stadt baut auf den Menschen, wie er ist und nicht wie er sein sollte.
Der Mensch kann sich mit Dingen emotional identifizieren, die überschaubar sind und ihm nah stehen – während seine Motivation zu handeln, zu interagieren abnimmt, je ferner diese Dinge sind. Dies erklärt, warum sich Bürger/innen mit der eigenen Stadt und mit dem eigenen Stadtteil deutlich stärker emotional identifizieren können als mit einer übergeordneten Ebene wie Land, Staat oder Welt. Und nur wer emotional motiviert ist, kann wirklich etwas verändern.
Für die jeweilige Nachbarschaft kann der gemeinsame urbane Raum eine Bühne sein, auf der eigene Konzepte des „guten Lebens“ ausprobiert und weiterentwickelt werden. Dafür müssen Möglichkeiten für die Bürger/innen geschaffen und institutionalisiert werden – vor allem Möglichkeiten der Selbstverwaltung, der Selbstorganisation und des Selbstmachens.
Davide Brocchi ist Diplom-Sozialwissenschaftler, Initiator des „Tag des guten Lebens“ in Köln, Publizist und Lehrbeauftragter (u.a. an der ecosign/Akademie für Gestaltung, Köln) mit den Schwerpunkten „urbane Transformation“ und „kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit“.
Davide Brocchi ist Referent im Themenforum Lebensstile – nachhaltig leben und arbeiten.